Familie Andringa

Jan en Rinske Andringa-Elsinga

Willkommen auf dem Bauernhof von Jan Andringa und Rinske Elsinga. Auf den Feldern in der Umgebung und bei Sint Annaparochie bauen die Andringa…

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Willkommen auf dem Bauernhof von Jan Andringa und Rinske Elsinga. Auf den Feldern in der Umgebung und bei Sint Annaparochie bauen die Andringas auf etwa 110 Hektar Weizen, Braugerste, Grassamen, Zwiebeln und Pflanzkartoffeln an. Die Pflanzkartoffeln sind die intensivste Kultur, die in fünf Jahren aus Miniknollen für den ausländischen Markt gezogen werden. Schon Vater und Großvater Andringa waren Bauern am Fuße dieses alten Deiches. In den Balken der Scheune sind noch Spuren der Dreschmaschine zu sehen, die von einem Pferd angetrieben wurde. Jan en Rinske zogen 1986 hierher. Sie erledigen alle Arbeiten selbst und beschäftigen einen Mitarbeiter. Wenn es richtig viel zu tun gibt, helfen die vier Kinder mit, doch eine richtige Leidenschaft für die Landwirtschaft haben die vier nicht. Jetzt, da die Andringas das Rentenalter erreichen, sind sie dabei, das Geschäft langsam auslaufen zu lassen, indem sie zum Beispiel kein Land mehr pachten.

Jan en Rinske Andringa-Elsinga

Jan Andringa fährt mit einer Kiste Innovator über den alten Deich, als er plötzlich bremsen muss. Ein Lamm flitzt vor dem Traktor vorbei. Oh, das war knapp. An die Schafe auf dem Deich muss er sich noch gewöhnen. Den kleinen Nachteil des Frühlings nimmt er gerne in Kauf, denn diese Zeit des Jahres ist seine Lieblingszeit. Es gibt nichts Schöneres, als wenn die Tage wieder länger werden und er säen kann. 

Innerhalb weniger Minuten ist Jan an seinem Ziel angekommen: auf der Fläche zwischen dem alten Deich und dem Seedeich. Er holt das Schreiben der landwirtschaftlichen Forschungsagentur für Pflanzen- und Bodengesundheit HLB aus der Tasche. Ja, hier sollen sie rein. Die Teilnahme an der HLB-Studie ist freiwillig, aber sie haben selbst natürlich auch Interesse daran. Detaillierte Bodenforschung kann kleine Ausbrüche von Zysten entdecken, die sie dann mit resistenten Sorten wie Innovator bekämpfen. So können sie der Kartoffelmüdigkeit auf natürliche Weise Einhalt gebieten.

Kurze Zeit später steckt er die Markierungen wieder in den Boden. Was für eine großartige Möglichkeit der natürlichen Bodenverbesserung und des Pflanzenschutzes, man weiß heutzutage schon so viel. Dennoch hat Jan auch nichts gegen die gängigen Pflanzenschutzmittel. Er vergleicht sie oft mit Medikamenten, die Menschen einnehmen. Die Mittel mit dem Totenkopf als Warnsymbol auf der Verpackung gibt es übrigens schon lange nicht mehr. „Weißt du noch, dass du manchmal gelbe Haare hattest?“, hat Rinske heute morgen noch gefragt. Ja, damals gab es noch keine Kabinen auf den Traktoren.

Er steht auf. Streckt kurz seinen Rücken. Große Wolkenschatten ziehen langsam über den Deich. Touristen haben ihre bepackten Fahrräder schräg ins Gras gelegt. Sie wollen natürlich gerne das Meer sehen. Aber seit dem Bau des Abschlussdeiches ist das Wasser selbst bei Flut weit weg. Dennoch ist das Meer immer als stille Kraft präsent: in der salzigen Luft, dem ewigen Wind und den Rostflecken im Metall des Lagerschuppens. Als Junge spülten die Wellen hier noch um Jans Füße, als das Grundstück noch nicht durch den Seedeich geschützt wurde.

Jan schaut auf die Uhr. Erst etwas essen, dann geht's weiter. Noch ein Jahr, dann kann er die Pflanzkartoffeln hoffentlich zu einem guten Preis verkaufen. Er ist erleichtert, dass sie in den letzten Jahren gut gewirtschaftet haben, vor allem jetzt, wo sie das Geschäft auslaufen lassen. Als sie in den achtziger Jahren hier anfingen, war das anders.       Vorsichtig manövriert er den Traktor über die schmale Straße. Kurz bevor er den Kiesweg zum Hof hinunterfährt, sieht er die Touristen auf ihre Fahrräder steigen. Im Sommer in den Urlaub, denkt er, in ein paar Jahren machen wir das auch.

Diese Geschichte ist Teil der Route Bildtstars und Eigenheimers von Sense of Place. Der Text wurde durch das Interreg Projekt Wadden Agenda 2.0 übersetzt. 

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