Diese Saalkirche wurde auf einem Sandrücken errichtet. Sowohl die Kirche als auch der Turm wurden mehrfach umgebaut, was für spannende Kontraste sorgt. Die Mauern der Kirche bestehen aus einem Mosaik aus Backstein und Tuffstein.
Links neben dem heutigen Eingang an der Nordseite befindet sich ein alter Eingang, der mit roten Ziegeln zugemauert wurde. Auch an der Südseite gibt es einen alten Eingang. Wenn man nach oben schaut, sieht man Nischen aus Tuffstein, die von Rundbogenfriesen gekrönt sind. Direkt unterhalb der Dachkante ist eine Schicht roter Ziegel zu erkennen: eine Erhöhung des Kirchenschiffs aus dem 16. Jahrhundert.
Auch der Turm ist mit Tuffstein verkleidet, obwohl hier und da der Backsteinsockel durchscheint. Noch mehr Mosaik zeigt der östliche romanisch-gotische Giebel. Dieser weist schöne, sich emporrankende Rundbogennischen mit keilförmigem Mauerwerkmosaik auf.
Die Ausstattung der Kirche ist prächtig und gut erhalten und umfasst unter anderem:
Eine Kanzel aus dem Jahr 1630 mit reich geschnitztem Kanzelkorb.
Eine beeindruckende Tafel mit den Zehn Geboten (1637), integriert in eine Renaissance-Herrenbank, gekrönt von einem Gemälde, das Moses mit seinen Gesetzestafeln zeigt.
Eine der schönsten Herrenbänke Frieslands: die Sminia-Bank mit dem von Engelchen gehaltenen Familienwappen.
Große, kunstvoll gearbeitete Grabsteine der Adelsfamilien Sminia und Heemstra.
Kirchenbänke mit schön gearbeiteten Seitenwangen und eine Orgel aus dem Jahr 1883.
Weitere Informationen:
Die dem Apostel Paulus geweihte Kirche wurde Mitte des 12. Jahrhunderts auf einem Sandrücken errichtet. Die Hallenkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor wurde aus Ziegelsteinen errichtet, die mit Tuffstein verkleidet sind. Auch der Westturm, der zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstand, hat einen Kern aus Ziegelsteinen mit einer Tuffsteinverkleidung. Sowohl die Kirche als auch der Turm wurden mehrfach umgebaut, wodurch sie faszinierende und manchmal kontrastreiche historische Muster bilden.
In der Nordwand befindet sich ein jüngerer Eingangsbereich zwischen Pilastern und unter einem Giebel, über dem ein Rundbogenfenster liegt. Etwas weiter östlich befindet sich der alte Rundbogeneingang aus Tuffstein, der mit rotem Backstein zugemauert wurde. Im oberen Bereich befinden sich Nischen aus Tuffstein, die von Rundbogenfriesen gekrönt werden. In einem der Felder ist ein ursprüngliches, jedoch zugemauertes romanisches Rundbogenfenster zu sehen. Weiter östlich befindet sich ein großes Fenster aus dem 18. Jahrhundert, das einen breiten Spitzbogen im Mauerwerk durchbricht – ein Hinweis auf einen Anbau eines Querschiffs, einer Kapelle oder einer Sakristei. Auch die Südwand weist Tuffstein-Nischen mit Rundbogenfriesen auf, die auch hier wieder von neuen, großen Rundbogenfenstern durchbrochen sind.
Der alte Südeingang mit einem schönen Bogen aus schräg gemauertem Tuffstein mit Zacken wurde zugemauert, und direkt daneben wurde ein weiterer, kleiner Eingang unter einem etwas schief ausgefallenen Korbbogen angelegt. Das mittlere große Fenster durchbricht die Spur eines Anbaus, vergleichbar mit dem an der Nordseite. Der Chorabschluss weist nur ein Fenster an der Südseite auf, und das Mauerwerk wurde im 19. Jahrhundert verputzt. Das Kirchenschiff wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts aus Ziegeln aufgestockt, und damals entstand auch eine neue Dachkonstruktion.
Der Turm ist ebenfalls mit Tuffstein verkleidet, wobei der Backsteinsockel hier und da durchscheint. Etwas unterhalb der Höhe der Turmspitze ist das Turmmauerwerk auf allen Seiten mit großen rechteckigen Nischen versehen, die an der Nord- und Ostseite von einem Rundbogenfries gekrönt werden. Der östliche romanisch-gotische Giebel weist schöne, sich emporwindende Rundbogennischen mit keilförmigem Mauerwerkmosaik auf.
Unter dem Tonnengewölbe mit Zugbalken ist im Innenraum eine schöne und gut erhaltene Ausstattung zu bewundern. Inmitten eines schlichten Taufraums bildet die Kanzel aus dem Jahr 1630 mit einem reich geschnitzten manieristischen Kanzelkorb und einem im Vergleich dazu schlichten Predigtpult den Mittelpunkt. An den Ecken der Kanzel stehen Karyatiden und in den Muschelnischen Vasen mit üppigen Blumengestecken. Das Taufbecken stammt aus etwa derselben Zeit. An der Abschlusswand des Chors ist die Tafel mit den Zehn Geboten (1637) in eine Renaissance-Herrenbank integriert. Auf einem reich verzierten Sockel mit den Wappen der Stifter „S.M. v. Aylua“ und „L.M. Eisenga“ sind zwischen fein gearbeiteten Säulen auf zwei Tafeln die Texte der Zehn Gebote zu sehen, und ein Gemälde von Moses mit seinen Gesetzestafeln krönt das Ganze. Etwa zur gleichen Zeit dürfte die westliche der beiden Herrenbänke an der Nordwand entstanden sein. Diese verfügt über eine Vorderbank mit Balustrade und eine Hauptbank, die mit einem gewölbten Baldachin mit kannelierten Säulen versehen wurde. Darauf befindet sich ein Aufsatz mit kleinen Säulen und Rollwerk. Die daneben stehende Sminia-Bank wurde um 1700, möglicherweise von Pieter Nauta, im Auftrag von Hobbe Baerdt van Sminia angefertigt. Diese Herrenbank, eine der schönsten in Friesland, verfügt ebenfalls über ein Vordach, das auf korinthischen, mit Ranken verzierten Säulen ruht. Oben auf dem durchbrochenen Aufsatz wird das Familienwappen von zwei Engelchen gehalten. Auch in die Rückenlehnen sind Engelchen zwischen allerlei Rankenwerk, Früchten, Pflanzen und Blumen geschnitzt. Die Paneele der vorderen Bank sind ebenfalls üppig mit floralen Darstellungen verziert, allerdings mit Vögeln, und selbst die Pfosten und Querstreben wurden nicht verschont und mit allerlei Girlanden versehen. Auch bei den Kirchenbänken blieb man nicht zurück: Sie erhielten verzierte Seitenwangen. Im Chorabschluss hängen zwei Gedenktafeln aus den Jahren 1734 und 1782, und im Kirchenboden liegen mehrere große, verzierte Grabsteine für die Familien Heemstra und Sminia, Adelsfamilien, die in den umliegenden Landkreisen ansässig waren.
Die Orgel auf der westlichen Empore wurde 1882–83 von der Firma Bakker und Timmenga aus Leeuwarden gebaut.
Mitte des 12. Jahrhunderts, Turm Anfang des 13. Jahrhunderts
Protestantisch
Kanzel, Herrenbänke, Taufbecken, Gedenktafeln, Grabsteine