Willkommen auf dem Bauernhof von Jensma Agro, dem Familienbetrieb von Andries, Jan Syds, Sjoerd Watze und ihren Onkeln Sjoerd und Gerlof Jensma. Sie sind Landwirte in sechster und fünfter Generation an diesem plaats, dem Bildt'schem Wort für Bauernhof.

Jensma Agro baut an mehreren Standorten auf den Bildt-Deichen Pflanzkartoffeln, Zuckerrüben, Zwiebeln, Weizen, Speisekartoffeln und Wintermöhren an. Die Pflanzkartoffel ist die wichtigste Kultur und rotiert 1 zu 3 mit den anderen Kulturen.
In den 1970er Jahren wechselten Vater/Großvater Jensma und sein ältester Sohn Goffe Watse vom Mischbetrieb zum Ackerbau. Die Kühe und Pferde verschwanden und die Mechanisierung brachte Wachstum. Heute werden die Felder mit modernen, leistungsfähigen Maschinen bewirtschaftet.

Das typisch friesische Bauernh…

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Willkommen auf dem Bauernhof von Jensma Agro, dem Familienbetrieb von Andries, Jan Syds, Sjoerd Watze und ihren Onkeln Sjoerd und Gerlof Jensma. Sie sind Landwirte in sechster und fünfter Generation an diesem plaats, dem Bildt'schem Wort für Bauernhof.

Jensma Agro baut an mehreren Standorten auf den Bildt-Deichen Pflanzkartoffeln, Zuckerrüben, Zwiebeln, Weizen, Speisekartoffeln und Wintermöhren an. Die Pflanzkartoffel ist die wichtigste Kultur und rotiert 1 zu 3 mit den anderen Kulturen.
In den 1970er Jahren wechselten Vater/Großvater Jensma und sein ältester Sohn Goffe Watse vom Mischbetrieb zum Ackerbau. Die Kühe und Pferde verschwanden und die Mechanisierung brachte Wachstum. Heute werden die Felder mit modernen, leistungsfähigen Maschinen bewirtschaftet.

Das typisch friesische Bauernhaus, in dem Gerlof wohnt, stammt aus 1680. Die reetgedeckte Scheune wurde so weit wie möglich im alten Stil erhalten. In den Lagerschuppen aus den achtziger und neunziger Jahren sowie aus 2011 werden die Gewächse sortiert und gelagert.

Draußen ist es frisch und feucht. Beim Ausatmen entstehen kleine Nebelwolken, als Sjoerd und Gerlof vom Haus zum Lager laufen. Dort läuft das Sortierband bereits. Andries, Sjoerd Watze und Jan Syds stehen ganz oben in der Ecke, wo die Sortieranlage gebaut wurde. Aus den Lagerbunkern rollen die kleinsten Pflanzkartoffeln auf das Band.

Die Hände der Männer bewegen sich schnell. Die erste Ladung ist gleich eine große. An manchen Tagen rollen hier 100 bis 150 Tonnen übers Band, aber das wird heute sicher nicht passieren. „Das habe ich schon bei der Rodung im Herbst gesehen“, sagt Sjoerd Watze. Er meint die vielen Klümpchen und Steine, die mit den Pflanzkartoffeln aus einem der Äcker mitgekommen sind. „Wenn das so bleibt, dann werde ich Hait [Papa]fragen, ob er hilft“, sagt Jan Syds, während er seine Augen nicht vom Band nimmt und seine Hände die Klumpen und Steine entfernen. Ihr Vater ist offiziell im Ruhestand, aber was soll’s. „Ja, Sjoerd Watze und Onkel Gerlof ernten heute doch die Möhren, oder nicht?“

 „Wir können auch helfen“, ruft Sjoerd nach oben. Die Absackmaschine schaltet sich ein. Mitarbeiter Arjan füllt die ersten 50 Kilo schweren Jutesäcke ab. Der Anfang ist gemacht.

Gerlof nimmt den Kistenwagen. Sjoerd Watze fährt mit Traktor und Anhänger vor ihm her über den Hof, vorbei an der alten Scheune, die vor ein paar Jahren neu mit Reet gedeckt wurde. Früher haben sie in dieser Scheune sortiert. Ihr Vater besaß etwa 50 Hektar Land, das er mit Pferden und Arbeitern hier aus der Umgebung bearbeitete. Anfang der siebziger Jahre, als der älteste Sohn Goffe die Schule verließ, begann der Mechanisierungsprozess und die Investition in Land. Dass die Pferde gehen mussten, war ein ziemliches Opfer, vor allem für Hait Andries.

Doch dank Hait ist Jensma Agro zu dem geworden, was es jetzt ist: ein schöner Familienbetrieb mit modernen Maschinen. Gerade aufgrund dieser modernen Maschinen können sie effizient und somit auch nachhaltiger arbeiten. Jan Syds kann beispielsweise mithilfe von GPS sehen, wo der Sprüher schon überall gewesen ist. Und Andries berechnet, welche und wie viele Pflanzenschutzmittel notwendig sind.

Es kommt ein Auto herangefahren. Gerlof hält in Höhe des Biohofs, den sie letztes Jahr dazugekauft haben. Der Boden sieht hier sehr gut aus. Nach einiger Zeit hatten sie sich dafür entscheiden müssen, auf konventionelle Landwirtschaft umzusteigen. Er seufzt. Wirklich schade. Viele Menschen möchten, dass in der Landwirtschaft biologisch produziert wird, aber wenn sie einmal im Laden sind, entscheiden sie sich doch für andere Produkte. Als das Auto vorbeifährt, hebt er die Hand und gibt Gas.

Diese Geschichte ist Teil der Route Bildtstars und Eigenheimers von Sense of Place. Der Text wurde durch das Interreg Projekt Wadden Agenda 2.0 übersetzt. 

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Kontakt

Adresse:
Jensma Agro BV
Oudebildtdijk 1127
9075 NM Westhoek
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