Willkommen auf dem Bauernhof von Jarig en Kor Palsma. Auf insgesamt 121 Hektar in der Umgebung und zwei Kilometer entfernt bauen die Brüder Pflanzkartoffeln, Zuckerrüben, Saatzwiebeln und Winterweizen an. Jedes Jahr werden 45 Hektar für die Pflanzkartoffeln reserviert, die alle drei Jahre einmal auf einer Parzelle wachsen dürfen, um Kartoffelmüdigkeit vorzubeugen. 
Die Eltern der Palsma-Brüder hatten früher einen Milchviehbetrieb in Vrouwenparochie. Als sie in den neunziger Jahren expandieren mussten, wechselten Vater und Sohn zum Ackerbau und kauften diesen Hof. 2000 kam Kor zur Gesellschaft hinzu; bis zu diesem Zeitpunkt hatte er in der Gastronomie gearbeitet.
Die Palsmas erledigen alle Arbeiten selbst …

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Willkommen auf dem Bauernhof von Jarig en Kor Palsma. Auf insgesamt 121 Hektar in der Umgebung und zwei Kilometer entfernt bauen die Brüder Pflanzkartoffeln, Zuckerrüben, Saatzwiebeln und Winterweizen an. Jedes Jahr werden 45 Hektar für die Pflanzkartoffeln reserviert, die alle drei Jahre einmal auf einer Parzelle wachsen dürfen, um Kartoffelmüdigkeit vorzubeugen. 
Die Eltern der Palsma-Brüder hatten früher einen Milchviehbetrieb in Vrouwenparochie. Als sie in den neunziger Jahren expandieren mussten, wechselten Vater und Sohn zum Ackerbau und kauften diesen Hof. 2000 kam Kor zur Gesellschaft hinzu; bis zu diesem Zeitpunkt hatte er in der Gastronomie gearbeitet.
Die Palsmas erledigen alle Arbeiten selbst und genießen alle Jahreszeiten. Sie arbeiten so viel wie möglich mit der Natur, indem sie zum Beispiel aus eigener Initiative blühende Feldränder pflanzen. Im Frühling mähen sie die Grabenböschungen extra spät, sodass Jungvögel und Rehkitze eine Chance haben, hier aufzuwachsen.

Jarig Palsma betrachtet seine Übersicht mit Sorten, Generationen, Hektar und Flächenbezeichnungen. Kor senkt mit einem Gabelstapler eine Kiste voller Pflanzkartoffeln ab. Gemeinsam helfen sie der niederländischen Prüfstelle für Saatgut und Pflanzkartoffeln stets bei der Probenahme. Auf diese Weise wissen sie auch ganz genau, ob alles stimmt.

„Habt ihr schon gehört, dass viele Pflanzkartoffeln dieses Jahr niedriger eingestuft werden?“, fragt der Prüfer, während er ein paar Hand voll Pflanzkartoffeln in einen Sack füllt. „40 % ist wirklich viel“, sagt Jarig. Er streicht eine Sorte durch. Der Inspektor schnürt den Sack zu und hängt das Etikett an die Schnur.
Pro Sorte und Generation nimmt der Inspektor zweihundert Pflanzkartoffeln mit ins Labor in Emmeloord. Wenn nur eine einzige Kartoffel aus der Probe mit einem Virus befallen ist, wird die gesamte Charge eine Klasse niedriger eingestuft. Eine niedrigere Klasse bedeutet 10 Prozent weniger Ertrag. In ein oder zwei Wochen erhalten sie die Ergebnisse per E-Mail. Das ist immer ein spannender Moment, obwohl sie natürlich einkalkulieren, dass das passieren kann. Manchmal gibt es keinen Markt für die höchste Klasse, dann stufen sie doch noch zurück, zum Beispiel von S auf SE.

Die Hitze des letzten Sommers ist die Ursache für den hohen Prozentsatz, von dem der Prüfer spricht. Alle Pflanzkartoffelzüchter haben dieses Problem. Als die Läuse kamen war das Kraut gerade abgestorben, aber vermutlich sind die Viren, die die Läuse tragen so in die Saftströme gelangt. Und damit auch in die Knollen, die im Vorjahr wieder gepflanzt wurden. Wegen des frühen Blattlausflugs zu Beginn der Saison kam es zu einem frühen Befall. Und aus einer Knolle wachsen mindestens acht neue Knollen.
„Na, das sieht doch gut aus, oder?“, fragt Kor, als der Prüfer einige Kartoffeln in die Hand nimmt und fühlt. „Absolut“, bestätigt dieser. In Ausnahmefällen werden Pflanzkartoffeln bereits im Lager zurückgewiesen, wenn sie beispielsweise beschädigt sind, aber das ist jetzt nicht der Fall. Jarig weiß, was er und Kor in den vergangenen Wochen geerntet haben. Prima Zeug.

Der Prüfer lädt die Säcke in den weißen Lieferwagen und fährt über die Brücke. In ein paar Wochen kommt er zurück, denn es müssen noch drei Hektar geerntet werden. Jarig wirft einen Blick in den grauen Himmel, der Nieselregen benässt sein Gesicht. Ach, es kommen bald wieder trockene Tage. Kor und er lassen sich nie aus der Ruhe bringen. Je später die Pflanzkartoffeln geerntet werden, desto reifer sind die Knollen und desto besser die Erträge. Ja, de lêsten bin de bêsten - die letzten sind die besten.

Diese Geschichte ist Teil der Route Bildtstars und Eigenheimers von Sense of Place. Der Text wurde durch das Interreg Projekt Wadden Agenda 2.0 übersetzt. 

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