Die Sint-Catharinakerk in Aalsum, gewidmet der heiligen Katharina von Alexandrien, erhebt sich eindrucksvoll auf dem hohen Rest einer ehemaligen Warft. Einst umfasste diese etwa vier Hektar, wurde jedoch um 1880 größtenteils abgetragen.
Das Kirchenschiff stammt aus dem späten 12. Jahrhundert und ist der älteste Teil der Kirche. Die heutigen Fenster gehen auf das Jahr 1829 zurück und wurden vermutlich an den Stellen der ursprünglichen Öffnungen eingesetzt, von denen keine Spuren mehr erhalten sind.
Der Chor wurde etwa ein Jahrhundert später hinzugefügt und ist reicher gestaltet, unter anderem mit Rundbogenfriesen. Noch schmaler ist die halbrunde Apsis, die ursprünglich große Rundbogenfenster besaß. Die Westfassade wurde 1843 erneuert und erhielt dabei auch einen neoklassizistischen hölzernen Dachreiter.
Im Inneren beeindruckt ein elegantes hölzernes Tonnengewölbe, das die früheren steinernen Gewölbe ersetzt. An den Chorwänden befinden sich hohe Wandnischen, in der Apsis kleinere. In der südlichen Chorwand ist zudem eine Nische einer ehemaligen Hagioskop- oder Piscina-Anlage sichtbar. Das Orgelwerk auf der Westempore stammt aus dem Jahr 1906.
Die Kirche steht nicht nur für architektonische Geschichte, sondern auch für besondere Ereignisse: Während des Zweiten Weltkriegs wurde in der Nähe regelmäßig Munition abgeworfen, ohne dass die dort stationierten deutschen Truppen davon erfuhren. Im Jahr 2009 sorgte zudem ein 450 Kilogramm schwerer Grabstein auf dem Friedhof für Aufsehen, als er sich mehrfach scheinbar von selbst bewegte.
Die Sint-Catharinakerk verbindet romanische Baukunst mit einer bewegten Geschichte und einer eindrucksvollen Lage auf der Warft.