Auf einem Teil des Grundstücks, auf dem von 1961 bis 1963 das Wohn- und Arbeitshaus von Ing. Abe Bonnema entstand, befand sich zuvor der landwirtschaftliche Betrieb (Viehzucht) der Familie Reitsma. Von 1706 bis 1902 lebte und wirtschafte diese einflussreiche Familie auf dem Galeslot. Die letzten Bewohner des Bauernhofs am Rijksstraatweg waren Anne Boonstra und seine Familie. Boonstra bewirtschaftete den Hof von 1945 bis 1961.
Das eigene Haus mit Büro (Wohn- und Arbeitshaus), das Bonnema zu Beginn seiner Karriere als Architekt in Hurdegaryp errichten ließ, gilt als Denkmal der niederländischen Wohnarchitektur der Nachkriegszeit. Das Wohn- und Arbeitshaus steht unter Denkmalschutz.
Bonnema distanzierte sich entschieden von den altmodischen Architektur- und Wohnvorstellungen, mit denen er in seinem jungen Büro konfrontiert war, und trat in die Fußstapfen modernistischer Größen wie Le Corbusier, Mies van der Rohe und Charles Eames. Ihre bahnbrechenden Entwürfe für Wohnhäuser hatten überzeugend gezeigt, dass sich mit modernen Bauweisen und Materialien wunderschöne Häuser schaffen ließen, in denen zeitgemäß gewohnt werden konnte. Das Haus ist ein Beispiel für den nachhaltigen Einsatz einfacher und natürlicher Materialien.
Mit diesem radikalen Entwurf machte Bonnema treffsicher deutlich, wofür er als Architekt stand. Das Haus ist ein Musterbeispiel für den Nachkriegsmodernismus und ein Beispiel für den pragmatischen Funktionalismus, für den er eintrat: das Gebäude als Gebrauchsgegenstand.
Im Wesentlichen handelt es sich bei dem Gebäude um einen rechteckigen Kasten mit Betonböden und einem Betondach. Eine Reihe von Stahlportalträgern hält das Ganze aufrecht, unterstützt durch einen gemauerten Kern, der für die erforderliche Steifigkeit sorgt. Die Fassaden sind von dieser Konstruktion getrennt und tragen keine Last. Bonnema hat die dadurch gewonnene Freiheit genutzt, indem er unter dem Dach und auf den Geschossdecken rundum Bandfenster angebracht hat. Der Rest ist ein Wechselspiel aus offenen und geschlossenen Flächen, wobei an der Westseite vor allem Glas und an der eher geschlossenen Ostseite viel unbehandeltes Holz zum Einsatz kommt.
Das Haus ist ein Paradebeispiel für das neue Denken in Bezug auf die Raumnutzung. Die Trennung zwischen tragenden und nichttragenden Teilen ist sichtbar. Die Stahlkonstruktion des Hauses verleiht dem Innenraum eine große räumliche Wirkung. Die Räume lassen sich frei einteilen, sodass eine Nutzungsänderung keine großen Auswirkungen auf die Gestaltung hat. Besonders hervorzuheben sind zudem der Einsatz von schwebenden Fußböden, offene Grundrisse, der visuelle Übergang zwischen Innen und Außen sowie die Kombination aus Glas, Holz und Stein (sowohl Naturstein als auch Ziegel). Das Haus ist ein Beispiel für nachhaltigen Materialeinsatz, für einfache und natürliche Materialien sowie für die technischen Innovationen, die im Entwurf umgesetzt wurden, wie beispielsweise die abgehängte Decke und die Wärmedämmung.
Im ebenfalls frei gestaltbaren Innenraum wurden mit dünnen Wänden und raumteilenden Elementen Bereiche für die verschiedenen Funktionen abgegrenzt. Bonnema hat Wohnen und Arbeiten nicht streng voneinander getrennt. Im Obergeschoss befanden sich neben dem Zeichenraum für die Architekten auch das einzige Schlafzimmer des Hauses. Im Erdgeschoss befanden sich neben dem repräsentativen Wohnzimmer, das Bonnema als „Empfangsraum“ bezeichnete, unter anderem ein Besprechungsraum und ein Arbeitszimmer.
Das Gebäude wurde Anfang der 1960er Jahre als Büro des Architekturbüros Bonnema entworfen, in dem auch Übernachtungen möglich waren. Bis in die 1970er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude als Atelier des Architekturbüros Bonnema genutzt. Im Obergeschoss befanden sich einige Wohnräume, in denen der Architekt (und an den Wochenenden seine Frau) wohnte.
Der umliegende Garten, ein Entwurf von Mien Ruys von der Größe eines kleinen Parks, ist durch die transparenten Fassaden stets in unmittelbarer Nähe. Bei der Gestaltung wurden einige der auf dem Grundstück vorhandenen alten Bäume berücksichtigt. Wie zum Beispiel die alte Kastanie, die Gerrit Vlaskamp*) dort wahrscheinlich im Jahr 1867 pflanzen ließ. Der Baum wurde am Samstag, dem 25. Juli 2015, durch den Sommersturm entwurzelt und fiel teilweise auf das Haus der Nachbarn. Die Familie Collicchia hatte schon immer Angst davor. Die Familie wohnt seit 40 Jahren neben dem Baum und hat immer gesagt, dass es nicht sicher sei, dass die Kastanie noch dort stehe. Es gab Rechtsstreitigkeiten um den alten Baum zwischen Abe Bonnema und der Familie Collicchia. Bonnema musste daraufhin meist wieder überhängende Äste des Baumes absägen lassen.
Mien Ruys hat in ihrem Entwurf Elemente verwendet, die in ihrem Werk häufig wiederkehren, wie beispielsweise den Übergang zwischen Haus und Garten, Hecken, Höhenunterschiede, Fliesen, Pfähle als Begrenzung, scharfe Ecken und einen Teich.
Haus und Garten bilden ein Zusammenspiel zwischen der unregelmäßigen Natur und der geradlinigen, künstlichen Gestaltung. Durch den visuellen Übergang zwischen Innen und Außen bilden Haus und Garten eine Einheit.
Anfang der 1970er Jahre zog das Architekturbüro in die Villa Nova am Pôllesingel 2 um.
Daraufhin bezogen der Architekt und seine Frau Marcella das frühere Wohn- und Arbeitshaus am Rijksstraatweg dauerhaft.
Abe Bonnema verstarb am 9. August 2001. Das Haus hatte danach verschiedene Bewohner. Der derzeitige Eigentümer des Gebäudes – der Verein „Hendrick de Keyser“ – vermietet es.