Sense of Place: Landschaftskunst an der Wattenküste
Entlang der friesischen Wattenküste trifft Kunst auf Landschaft. Sense of Place setzt Ideen in den Klei, auf den Deich und zwischen die Dörfer. Große Werke. Raue Kanten. Fest verwurzelt im Wattenmeer, UNESCO-Weltnaturerbe. Künstler, Bewohner und Forschende gestalten gemeinsam Orte, die den Blick verändern. Auf Wasserbauwerke, die unser Land trocken halten. Auf eine Warft bei Blije, wo Vergangenheit und Zukunft aufeinandertreffen. Auf monumentale Porträts von Kartoffelbauern an Scheunen entlang der Küste. Auf eine meterhohe Skulptur mit Blick aufs Meer bei Holwerd. Auf die Broken Jug von Frank Stella in Harlingen.
Sense of Place wurde 2016 von Joop Mulder gegründet und war Teil von Leeuwarden-Fryslân – Kulturhauptstadt Europas 2018. Seitdem wächst das Projekt weiter entlang der Küste. Kunst, die die Landschaft stärkt. Kunst, die spürbar macht, wo man steht.
Sense of Place - projekte
wachten op hoog water
Holwerd
Zwei Frauen aus Stahl. Fünf Meter hoch. Eine voll, eine schlank. Sie stehen auf dem Deich bei Holwerd und blicken hinaus auf das Wattenmeer.
Wachten op Hoog Water, Warten auf Flut, ist eine Skulptur von Jan Ketelaar. Geschweißter Stahl, scharf gegen den Horizont gesetzt. Das Werk handelt von Balance und Austausch. Von Unterschieden, die nebeneinander bestehen. Vom Warten, während das Wasser kommt und wieder geht.
Hier spürt man, wie Wind, Gezeiten und Zeit ihrem eigenen Rhythmus folgen. Die Figuren halten Wache.
📍 Standort: Nieuwe Zeedijk, Holwerd
Mehr über Warten auf FlutDe streken, Die Regionen
Terschelling
Ein hölzernes Gezeitenobjekt mitten im Watt. De Streken bewegt sich mit Ebbe und Flut, gelenkt von der Kraft des Mondes. Was man sieht, verändert sich mit dem Wasser. Über einen 150 Meter langen Steg betritt man das Kunstwerk. Bei Ebbe steht man auf dem trocken gefallenen Watt und blickt bis zum Horizont. Bei Flut befindet man sich mitten im Wasser, der Blick richtet sich nach innen. Die Gezeiten geben den Rhythmus vor.
De Streken ist ein gemeinsames Projekt von Oerol Terschelling und Sense of Place, entworfen vom bildenden Künstler Marc van Vliet. Jedes Jahr wird es neu aufgebaut und fügt der Landschaft eine temporäre Ebene hinzu.
📍 Standort: Dijk aan de Perkweg, Oosterend Terschelling
Mehr über Die Regionenterp fan de takomst
Blije
Eine neue Warft, außerhalb des Deichs im Watt. Die Terp fan de Takomst bringt ein jahrhundertealtes Konzept zurück in die Landschaft. Gebaut zum Lernen, Forschen und Erleben, wie man hier mit dem Wasser lebt. Vom Deich aus geht man hinaus ins Watt, auf eine erhöhte Struktur mit Säulen, die den Blick lenken. Je höher man steigt, desto weiter reicht die Sicht. Über Salzwiesen, Meer und Horizont. Die Landschaft übernimmt den Rest.
Die Warft wurde vom Künstlerkollektiv Observatorium in Zusammenarbeit mit dem Dorf Blije, It Fryske Gea, der Universität Groningen und Sense of Place entworfen. Ein Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft in Klei und Salz zusammenfinden.
Mehr über Terp Fan de TakomstBroken Jug - harlingen
Eine Explosion aus Form und Farbe, direkt am Meer. Broken Jug des amerikanischen Künstlers Frank Stella steht in Harlingen als Skulptur, die den Blick fesselt und nicht mehr loslässt.
Das monumentale Werk ragt über seine Umgebung hinaus und verändert sich mit dem Licht des Tages. Mit Einbruch der Dunkelheit übernimmt ein besonderes Lichtkonzept. Die Beleuchtung folgt dem Rhythmus von Ebbe und Flut, als würde die Skulptur selbst mit dem Wattenmeer atmen.
Broken Jug verbindet Hafenstadt und Horizont. Internationale Kunst, fest verankert an der friesischen Küste.
📍 Standort: Zuidwalweg 26, Harlingen
Weitere projekte - von sense of place
Hier übernimmt die Landschaft selbst die Hauptrolle. Ein liegender Körper aus Klei am Deich. Ein Bild auf dem Wasser, das eine Erinnerung trägt. Eine Bank, die den Blick zum Meer oder zum Land lenkt. Drei Werke an der Wattenküste. Mit dem Ort geschaffen, geformt von Wind, Wasser und Zeit.
Über Sense of Place
Sense of Place ist eine kulturelle Entwicklungsorganisation, die Kunst als Motor für die Landschaft einsetzt. Landschaftskunst stärkt die Anziehungskraft der Wattenküste, macht Geschichten sichtbar und bringt Bewohner, Kulturschaffende und öffentliche Institutionen an einem Ort zusammen.
Indem Kunst Teil der räumlichen Entwicklung wird, arbeitet Sense of Place an einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft für das Wattenmeergebiet. Projekte entstehen in enger Zusammenarbeit mit der Landschaft selbst. Auf Augenhöhe, engagiert und mit Gespür für das, was hier wichtig ist.
Möchten Sie mehr über die Vision und Arbeitsweise von Sense of Place erfahren? Besuchen Sie die Website von Sense of Place.
Besuchen Sie sense-of-place.eu