Auffällig in der Landschaft nahe Dokkum, in einer Biegung des Dokkumer Grootdiep, liegt der Ziegeleikomplex beim Dorf Oostrum.
1873 wurde die Dampfziegelei von Jan Helder, einem Händler aus Aalzum, gegründet. Sie war einer der frühesten funktionierenden Ringöfen in den Niederlanden. Mithilfe einer Dampfmaschine wurden hier glatte rote Strangpressziegel hergestellt.
In den folgenden Jahren wurde die Anlage stetig erweitert, und der Schornstein wurde schließlich auf 35 Meter erhöht.
Die Ziegelei mit Schornstein, die „haaghuizen“, die Lade- und Entladerampe, das Maschinenhaus, das Lagergebäude, ein Block von Arbeiterwohnungen mit Torfschuppen sowie das umgebaute Direktorenhaus besitzen hohen Denkmalwert und wurden daher zum Rijksmonument erklärt.
1968 endete in Oostrum die traditionelle Ziegelproduktion. Seit einigen Jahren arbeitet die Stiftung Industrieel Erfgoed Friesland an der Restaurierung des Komplexes.
Das Dorf Oostrum verfügte bereits im Mittelalter über einige Feldöfen, in denen aus Ton sogenannte Klostermoppen gebrannt wurden. Diese großen Ziegelsteine wurden beim Bau von Kirchen und Herrensitzen verwendet.