Die Walburga Tsjerke in Drogeham erhebt sich nicht auf einer Warft, sondern auf einer Geest – einem natürlichen Sandrücken, der die Kirche weithin sichtbar über das Dorf hinausragen lässt.
Die ursprüngliche mittelalterliche Kirche verfiel im 19. Jahrhundert so stark, dass ein Neubau geplant wurde. Auf Anweisung aus Den Haag musste dieser jedoch im Stil der alten Kirche ausgeführt werden. So entstand 1876 eine neue Kirche im neoromanischen Stil, während der charakteristische Turm mit Satteldach größtenteils aus dem 13. Jahrhundert erhalten blieb.
Das neue Kirchenschiff wurde auf den Fundamenten der mittelalterlichen Kirche errichtet und zeigt alle typischen Merkmale einer romanischen Dorfkirche. Lisenen gliedern die Fassaden, Rundbogenfenster und ein Rundbogenfries verleihen dem Bau sein charakteristisches Erscheinungsbild. Die halbrunde Apsis an der Ostseite rundet das Gesamtbild ab.
Im Januar 1877 wurde die erneuerte Walburga Tsjerke feierlich eingeweiht. Obwohl die Bauarbeiten als gelungen galten, gab es auch Kritik: Durch die konsequente Orientierung am historischen Baustil gelangt nur wenig Tageslicht in den Kirchenraum, wodurch das Innere eher dunkel wirkt.
Der Turm erzählt ebenfalls seine eigene Geschichte. Über dem südlichen Mauerwerk erinnert die Jahreszahl 1704 an frühere Restaurierungsarbeiten und möglicherweise an den Bau des heutigen Satteldachs.
Die Walburga Tsjerke ist ein besonderes Beispiel für den frühen Denkmalgedanken in den Niederlanden, bei dem historische Architektur bewusst als Vorbild für einen Neubau diente.