Als einzige Kirche in Nordniederlande verfügt die Alexanderkerk über eine Krypta. Sie befindet sich unter dem erhöhten Chor und ist mit Kreuzgewölben ausgestattet. Wahrscheinlich existierte die Krypta noch nicht im 11. Jahrhundert, als die Kirche aus Tuffstein größtenteils erbaut wurde.
Im Jahr 1525 wurde die Kirche erheblich erweitert. Zwei kleine Seitenschiffe wurden durch ein größeres gotisches Seitenschiff ersetzt, das praktisch als zweites Kirchenschiff diente. In dessen Abschlusswand befindet sich unter einer tiefen Nische ein Sandstein-Epitaph. Es gilt als das früheste Epitaph Frieslands in klassischen Renaissanceformen.
Bei all dieser architektonischen Pracht gerät der Satteldachturm leicht in Vergessenheit. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde 1610 weitgehend erneuert.
Im Inneren werden Hauptschiff und Südschiff durch eine Kolonnade aus Backsteinsäulen mit dazwischenliegenden Spitzbogenarkaden getrennt. Im Fußboden liegen kunstvoll gearbeitete Grabplatten, darunter eine spätgotische Platte mit Symbolen der Evangelisten sowie eine große Renaissance-Grabplatte aus dem Jahr 1561.
Die Kanzel stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Orgel auf der Empore wurde 1892 erbaut.
Zusätzliche Informationen
Die Alexanderkerk entstand auf dem Ausläufer eines Sandrückens bei Rinsumageast. Der Bau der überwiegend aus Tuffstein errichteten romanischen Kirche begann im 11. Jahrhundert. Zunächst wurde der Chor gebaut. Im 12. Jahrhundert folgte das Hauptschiff mit zwei schmalen Seitenschiffen, gleichzeitig wurde der Chor erhöht.
Der ursprünglich halbrund geschlossene Chor war etwas höher als die Reihe von Rundbogennischen, die abwechselnd paarweise und einzeln angeordnet waren und jeweils kleine Rundbogenfenster besaßen.
Die dreischiffige Kirche bestand aus einem Hauptschiff mit Obergaden und Rundbogenfenstern, die etwas größer waren als jene im Chor. Die beiden niedrigen Seitenschiffe schlossen an das Hauptschiff an und verliefen möglicherweise entlang des Chorjochs weiter.
Hauptschiff und Seitenschiffe wurden durch schwere rechteckige Pfeiler mit Kämpferkapitellen getrennt, die elegante sichelförmige Rundbogenarkaden trugen. Von den später vermauerten Durchgängen sind in der heutigen Nordwand noch vier Joche zwischen Chor und Eingang sichtbar.
Im Chorjoch des ältesten Teils der Nordwand befinden sich drei hohe Nischen. Darüber liegen zwei kleine Fenster. In das Mauerwerk wurden außerdem ein Fenstertriplet mit Rundbögen aus dem 13. Jahrhundert sowie ein später mit roten Backsteinen vermauertes Spitzbogenfenster aus dem 15. Jahrhundert eingefügt.
Beide Öffnungen dienten wahrscheinlich als Hagioskope, Sakraments- oder Reliquienfenster, die einen Blick auf die verehrten Gegenstände im Kircheninneren ermöglichten. Daneben befindet sich ein kleines rundbogiges Tor, das möglicherweise die Verbindung vom Seitenschiff zum Hauptschiff bildete.
Unter dem erhöhten Chor liegt die Krypta – die einzige ihrer Art im Norden der Niederlande. Die kleine Krypta mit rippenlosen Kreuzgewölben umfasst lediglich die Apsis und einen kleinen Teil des Chorjochs. Aus diesem Grund wurde der darüberliegende Bereich um sechs Stufen erhöht.
Der Boden der Krypta liegt deutlich tiefer als das Fundament des Chores. Daher geht man davon aus, dass sie erst später angelegt wurde. Vermutlich geschah dies im 16. Jahrhundert, wobei ältere Baumaterialien und ein für diese Zeit bereits historischer Baustil verwendet wurden.
Die Basen und Kapitelle der sechs Wandpilaster bestehen aus Tuffstein. Die beiden Mittelsäulen aus dem frühen 13. Jahrhundert besitzen Schäfte und Deckplatten aus Kalksinter, einer Art „Kesselstein“, der aus einer römischen Wasserleitung stammt. Die reich verzierten Würfelkapitelle wurden aus Caen-Stein gefertigt.
Um 1525 wurde die Kirche stark erweitert. Das südliche Seitenschiff wurde durch ein neues spätgotisches Schiff mit geradem Ostabschluss ersetzt. Dieses neue Schiff war etwas breiter und erstreckte sich im Westen um ein zusätzliches Joch über die ursprüngliche Länge hinaus.
Das schmale nördliche Seitenschiff wurde gleichzeitig abgebrochen und die Arkadenwand mit Tuffstein verschlossen. Das neue Schiff, eigentlich ein zweites Hauptschiff, wurde außen aus wiederverwendetem Tuffstein und ergänzendem Backstein errichtet. Spätere Reparaturen erfolgten ebenfalls mit Backstein.
In der Südwand befindet sich im Westen die Spur eines vermauerten Spitzbogeneingangs. Darüber liegt ein verkürztes Spitzbogenfenster mit Maßwerk. Die übrigen großen Fenster erhielten später hölzerne Einteilungen.
Unter einer tiefen Nische in der Abschlusswand befindet sich ein Sandstein-Epitaph für Siids Thiarda und seine Frau, die 1545 beziehungsweise 1557 verstarben und auf der nahegelegenen Tjaardastate lebten. Dieses Denkmal gilt als das früheste Renaissance-Epitaph Frieslands.
Der Satteldachturm aus dem 13. Jahrhundert wurde laut einer mit Rollwerk verzierten Gedenktafel 1610 umfassend erneuert. Gleichzeitig wurde ein Treppenturm hinzugefügt.
Im Inneren werden Hauptschiff und Südschiff durch eine Kolonnade aus drei kurzen und kräftigen Backsteinsäulen getrennt, die vier Spitzbogenarkaden tragen. Darüber spannen sich zwei hölzerne Tonnengewölbe.
Im Kirchenboden liegen mehrere kunstvoll gearbeitete Grabplatten, darunter eine spätgotische Platte mit Evangelistensymbolen sowie eine große Renaissance-Grabplatte von 1561 mit perspektivischer Architektur.
Im Taufbereich an der Südwand des Südschiffs steht die Kanzel aus dem 19. Jahrhundert mit Schalldeckel. An der östlichen Abschlusswand desselben Schiffs befindet sich die von Bakker & Timmenga im Jahr 1892 erbaute Orgel auf einer Empore.
11. Jahrhundert, Turm 13. Jahrhundert
Protestantisch
Krypta, Epitaph, Grabplatten, Kanzel, Orgel